Modellprojekt: Betreute Grundschule

Ziel: Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch zusätzliche Betreuung für Grundschulkinder am Nachmittag

 Wir brauchen im Emsland eine Unternehmenskultur, die Müttern und Vätern notwendige Spielräume eröffnet, ihren Beruf auch weiterhin auzuüben. Dies setzt aber auch voraus, dass sich neben den Unternehmen auch unsere Bildungs- und Betreuungseinrichtungen öffnen und ihr Angebot erweitern. Die Schule wird daher neben dem Kindergarten immer mehr zum Lebensraum für unsere Kinder, da die Betreuung am Nachmittag einen zunehmend größeren Raum einnimmt. Der Lebensraum Schule darf sich daher nicht nur auf das klassische Lernen nach dem Unterrichtsplan beschränken, vielmehr soll Schule neu entdeckt und erlebt werden.

Durch das Projekt der "Betreuten Grundschule" soll ein neues Betreuungselement in die Schule integriert werden. Die Kinder sollen sich am Nachmittag gut betreut wissen, sich wohl fühlen, ihren Alltag gestalten, aber auch angeleitet und beaufsichtigt werden. Dies geschieht am Nachmittag durch kreative, sportliche oder musische Elemente, durch die der Nachwuchs Spaß und Freude entwickeln kann. Gleichzeitig erhalten die Kinder die Möglichkeit, in einer ruhigen und fördernden Atmosphäre ihre Hausaufgaben zu erledigen.

Gründe für eine solche Nachmittagsbetreuung an Grundschulen gibt es viele, so soll sie verlässlicher Bestandteil sozialer Infrastruktur sein, einen Beitrag zur sozialen Integration leisten, Freizeitangebote und Gemeinschaftserlebnisse verstärken, die individuelle Förderung von Kindern intensivieren, den veränderten Bildungsanforderungen einer modernen Gesellschaft gerecht werden und Eltern bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen.


 Wie aber sollen Schulen diese zusätzliche Aufgabe meistern? Es gibt doch schon jetzt einen Lehrermangel, der sich allen Prognosen zufolge sogar noch verstärken wird. Ganz einfach: In der Nachmittagsbetreuung werden keine studierten Lehrkräfte eingesetzt, sondern zusätzliches, speziell geschultes Betreuungspersonal. 

Die Emsländsiche Stiftung tritt hier mit dem Projekt "Betreute Grundschule" an und finanziert dabei in einer Co-Finanzierung mit Mitteln des Niedersächsischen Landesprogramms „Familie mit Zukunft“ die Ausbildung dieser Betreuungskräfte mit dem Ziel, durch die zusätzliche Versorgung berufstätige Eltern zu entlasten und damit eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. 

Die Betreuer/-innen wurden im Rahmen einer Grundausbildung durch ein speziell entwickeltes Konzept der VHS-Meppen (Lingen, Papenburg) qualifiziert, um den besonderen Anforderungen gerecht werden zu können. In Kooperation mit den VHS-Geschäftsstellen wurden insgesamt sechs Lehrgänge absolviert, so dass seit Sommer 2009, zu Beginn des neuen Schuljahrs 2009 / 2010, rund 100 ausgebildete Betreuungskräfte zur Verfügung stehen.

 Zielgruppe der Fortbildung waren Tagesmütter, Erzieher/-innen, Lehrer/-innen, Sozialpädagogen/-innen sowie alle Personen mit umfangreichen Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit. Die Unterrichtsschwerpunkte waren ebenfalls vielfältig, von Entwicklungspsychologie und Pädagogik im Grundschulalter bis hin zu  Rechts- und Organisationsfragen sowie Kommunikation und Gesprächsführung. Einen großen Raum nahm auch die Methodik und Didaktik von praxisnahen Angeboten im musischen, kreativen, spielerischen und bewegungsorientierten Bereich ein.    

Nach Abschluss der Zusatzqualifikation „Pädagogische Mitarbeiter für Grundschulen“ konnten sich die Teilnehmer/innen auf Wunsch in den „Betreuer-Pool“ der Emsländischen Stiftung aufgenehmen lassen und werden so an interessierte Grundschulen im Emsland vermittelt. Das Foto zeigt die ersten Teilnehmerinnen des Lehrgangs "Pädagogische Mitarbeiter für Grundschulen“ und Frau Günster-Schöning (links stehend) die diesen Lehrgang begleitet hat.

Ausblick: Aufgrund der positiven Entwicklungen wird die Emsländische Stiftung Beruf und Familie zwei weitere Lehrgänge im Herbst 2009 / Frühjahr 2010 auf den Weg bringen und darüber hinaus auch einen Lehrgang für Schulbegleiter von behinderten Kindern initiieren. So können auch berufstätige Eltern mit behinderten Kindern zukünftig von dieser Maßnahme profitieren.

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