Veränderung der Führung – Führung der Veränderung

Auftaktveranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum der Emsländischen Stiftung Beruf und Familie mit Prof. Dr. Heiko Roehl

Warum fällt Veränderung so schwer und welches Verständnis von Führung brauchen wir in einer Welt, die dem ständigen Wandel unterliegt? Dies waren die zentralen Fragen, die Prof. Dr. Heiko Roehl den rund 80 Gästen, die der Einladung der Emsländischen Stiftung Beruf und Familie sowie des Wirtschaftsverbandes Emsland gefolgt sind, eindrucksvoll beantwortete.  

Sein Vortrag „Veränderung der Führung – Führung der Veränderung“  war der Start einer Vortragsreihe anlässlich des Jubiläums der Stiftung. Vor 10 Jahren bei der Mitgliederversammlung des Wirtschafts-verbandes Emsland durch den Verband und den Landkreis Emsland gegründet, war die Emsländische Stiftung Beruf und Familie lange Zeit Vorreiter, wenn es um die betriebliche Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ging. Inzwischen hat sich die Stiftung zu einer festen Institution entwickelt, die nicht mehr wegzudenken ist. „Auch die Arbeit in unserer Stiftung war ständig dem Thema „Veränderungen“ ausgesetzt“, führt Unternehmenscoach Ursula Günster-Schöning in ihrer Eröffnung der Veranstaltung aus. „Vor 10 Jahren war die Bereitschaft, eine familienfreundliche Personalpolitik in den Unternehmen umzusetzen, noch nicht so stark ausgeprägt. Wir haben zu Beginn viel Sensibilisierungsarbeit geleistet und auch regelrecht für das Thema werben müssen. Inzwischen kommen die Unternehmen auf mich zu, um sich beraten zu lassen“, so Günster-Schöning weiter. 

Mittlerweile seien beispielsweise über  60 emsländische Unternehmen mit dem Gütesiegel „familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet. 

Da das Thema „Change Management“ ein zentrales in der Stiftungsarbeit ist, wurde zum Auftakt der Veranstaltungsreihe Prof. Dr. Roehl als Experte geladen. Roehl untersucht seit 20 Jahren die Veränderungsfähigkeit von Unternehmen in einer sich ständig verändernden Wirtschaft und Gesellschaft. Mit Hilfe von anschaulichen Beispielen verdeutlichte er, wie einst erfolgreiche Unternehmen, wie AOL, Commodore, Nokia und Palm vom Markt verschwanden, da sie die Anpassungsfähigkeit nicht besaßen. Sein Fazit: „Organisationen hinken der Veränderung hinterher“. Vor allem hätten sich viele Unternehmen nicht rechtzeitig  auf veränderte Wünsche und Bedürfnisse der Konsumenten eingestellt.  

Viele Unternehmen betrachten Change-Prozesse als Risiko und nicht – wie es laut Roehl sein solle - als Chance. Veränderungen setzen laut Roehl vor allem einen Veränderungswillen bei der Unternehmens-führung voraus. Feste Denkmuster und Routine würden erfolgreiche Change-Prozess jedoch verhindern. Dies sei insofern verständlich, da Unternehmen in sich geschlossene Organisationen seien. „Die DNA der Unternehmen ist häufig unter völlig anderen Bedingungen entstanden“, so Roehl. Umso wichtiger sei es, den Markt zu beobachten und eine Sensibilität für Veränderungen zu entwickeln. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Ursula Günster-Schöning moderiert wurde, berichteten Maria Borgmann, Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Emsland und Geschäftsführerin des Harener Unternehmens Hölscher Wasserbau GmbH sowie Sparkassen-Vorstand Oliver Roosen von ihren praktischen Erfahrungen bei Veränderungsprozessen in ihren Unternehmen. „Veränderungsprozesse sind langfristig angelegt und brauchen daher auch Zeit, um von allen getragen zu werden“, ist Borgmann überzeugt. Große Bedeutung für einen erfolgreichen Change-Prozess sieht Roosen in einem offenen Dialog, der über die Führungsebene hinaus geht und alle Mitarbeiter/innen einbezieht.

Change-Management war Thema einer Veranstaltung der Emsländischen Stiftung Beruf und Familie und des Wirtschaftsverbandes Emsland. (v. l. n. r. Oliver Roosen, Sparkassen-Vorstand, Maria Borgmann, Vorsitzende Wirtschaftsverband Emsland, Prof. Dr. Heiko Roehl, Ursula Günster-Schöning, Emsländische Stiftung Beruf und Familie)
 
Diskussionsrunde

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